Der Imkermeister
|
Mein Traum war es seit jeher Landwirt zu werden und einen eigenen Hof zu bewirtschaften. Eine Heu- und Strohallergie machte diesen Wunsch allerdings zunichte als ich 14 Jahre alt war. Mit 11 wurde mein Interesse an Bienen durch einen Hobbyimker im Nachbarort geweckt. Wir kauften dort unseren Honig und ich hatte hin und wieder die Möglichkeit ihm bei seinen Arbeiten über die Schulter zu schauen. Als der Realschulabschluss immer näher rückte und die Frage nach meiner Berufswahl aufkam, entschied ich mich, den Beruf des Imkers zu Erlernen. Gründe für diesen Entschluss waren meine Naturverbundenheit, die Freude am Umgang mit den Bienen und der Kontakt zu Kunden. Aber besonders wichtig war mir das kreative, selbstständige Denken und Arbeiten, sowie die Möglichkeit einer späteren eigenen Berufsimkerei. Nach meinem Realschulabschluss begann ich 1995 das Berufsbildungsgrundjahr „Landwirtschaft“ an der Landwirtschaftsschule in Sulingen. Im Anschluss folgte meine Lehre als Tierwirt mit der Fachrichtung „Bienenhaltung“ am Niedersächsischen Bieneninstitut Celle, die ich Ende August 1998 erfolgreich abschloss. Meine früheren Ausbilder haben mich auch heute noch in guter Erinnerung! Schon während der Ausbildung vermehrte ich die Zahl meiner Bienenvölker durch Zukauf, Ableger- und Schwarmbildung. Ich wanderte in die Rapsblüte nach Schleswig-Holstein und in die Lindentracht in die Hansestadt Bremen. Die Honiggewinnung und –verarbeitung erledigte ich bei meinem befreundeten Hobbyimker, der die benötigten Maschinen und Geräte dazu besaß. Die Vermarktung meines Honigs erfolgte bei mir zu Hause und über mehrere Märkte in der Umgebung. Der Honigabsatz stieg kontinuierlich und somit war der Grundstein für eine Berufsimkerei gelegt. |
Während meines Zivildienstes fand ich neue Räumlichkeiten, mit einem angemessen Raumangebot. 2000 wagte ich dann den Schritt in die Selbständigkeit, 2002 erfolgte der erfolgreiche Abschluss meiner Meisterprüfung und seit 2005 ist meine Imkerei ein anerkannter Ausbildungsbetrieb der Landwirtschaftskammer Hannover.
Meine Berufsimkerei ist stetig gewachsen und somit wurden die gemieteten Räumlichkeiten rasch zu klein. Im Jahr 2006 erwarb ich das Grundstück in Rodemühlen. Und am 25. Mai 2008 fand dann die Eröffnungsfeier meiner Erlebnisimkerei in Rodemühlen statt, mit der ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt habe.
Warum bin ich Imker
Ein Leben in der Natur, mit der Natur und von ihr abhängig zu sein, war für mich schon immer eine große, schöne Herausforderung. Mit 15 Jahren entschloss ich mich den Beruf des Imkers zu erlernen. Durch meine bereits vorhandene Bienenerfahrung erhielt ich schnell einen Ausbildungsplatz am Bieneninstitut in Celle. Von diesem Augenblick an gab es für mich nur noch die Bienen. Und seitdem richtet sich mein ganzes Leben nach Ihnen. Die Arbeit an den Bienen in der Natur ist für mich eine Erholung, ich verbringe dort meine Zeit mit ihnen alleine, ohne Maschinen. Der einzige, der mich dort hin und wieder scheucht, ist unser Wettergott.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meiner Familie und meinen Freunden bedanken. Ohne ihr Verständnis, die Hilfe und Unterstützung wäre dieser Weg nicht möglich gewesen. Vielen Dank!
Meine Erlebnisse
Mein Leben als Wanderimker ist sehr aufregen und ebenso abwechslungsreich. Dadurch, dass ich meine Bienenvölker in viele Bundesländer in die einzelnen Trachtgebiete wandere, lerne ich sowohl das Land als auch die Leute kennen. Dabei habe ich schon viele witzige, aber auch negative Momente erlebt. Hier ein kleiner Einblick:
-
In meiner Lehrzeit wanderten wir mit den Bienen in den Raps nach Bad Segeberg. Zur Schwarmkontrolle fuhren wir einmal in der Woche mit 5 Lehrlingen, einem Meister und zwei Gesellen dorthin. Mittags wurde mitten im Rapsfeld der Grill angeheizt und danach folgte die wohl verdiente Siesta.
-
Da wir vom Institut Celle einige Bienenstände in Hannover hatten, führte uns unser Weg oft zum Fabrikverkauf zu Bahlsen. Schon von weitem wurden wir dort häufig am Rauchgeruch erkannt. Auf der Rückfahrt gab es dann ein wildes Wettfuttern mit den Gesellen.
-
Auf meiner ersten Wanderung mit 25 Bienenvölkern nach Schleswig-Holstein half mir ein guter Freund. Dadurch wir uns nach der Ankunft erst schlafen gelegt hatten, sind zwei Völker im Auto verbraust. Der Schock war groß aber aus Fehlern lernt man!
-
Als ich meine Bienen vor einigen Jahren aus dem Raps in Ost-Holstein abwandern wollte, hatte ich mal wieder nur Pech. Nach Beladen des Bienenbullis (*1) und des Anhängers rutschte ich in eine Flugfurche. Es war halb elf abends und ich musste drei Kilometer im Regen bis ins nächste Dorf laufen. Dort angekommen, klingelte ich an einem Haus, wo mir ein älterer Herr aufmachte. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, setzte er sich auf seinen alten Trecker ohne Verdeck und zog mich bei strömendem Regen aus dem Schlamassel, während er genüsslich eine selbst-gedrehte Zigarette rauchte.
-
In Potsdam wurde ich von zwei Polizeibeamte wegen Missachtung der Straßenverkehrsordnung angehalten. Diese bemerkten Rauch an meiner Hintertür. Ganz aufgeregt bat mich einer der Polizisten, das Auto zu öffnen, da er Feuer vermutete. Nach Öffnen der Tür entdeckten sie dann meinen noch rauchenden Smoker.
-
Einer meiner Bienenstände befindet sich in einer Jugendstrafanstalt. Viele Leute gucken immer ganz erschrocken, wenn ich berichte, dass ich im Knast war und wenn mich Freunde fragen, warum ich diesen Standort gewählt habe, lautet meine Antwort: „Dort sind meine Bienen vor Dieben sicher!“
-
Bei einer Wanderung in die Edelkastanie nach Landau in die Pfalz, hatten meine Bienen mit einer heißen Sommernacht zu kämpfen. Um meine Bienen mit Wasser abzukühlen, fuhr ich in Remscheid von der Autobahn. Die erste Tankstelle wies mich ab. An der zweiten half mir, nachts um drei, der Tankwart, mit einem tropfenden Eimer, Wasser aus der Restaurantküche zu holen. Dies war die Rettung meiner Bienenvölker.
-
Im August 2006 in Brandenburg, musste ich nachts um ein Uhr das Verladen meiner Bienen wegen eines starken Gewitters abbrechen. Ich entschloss mich, diese Zeit für ein Nickerchen vorne im Bulli zu nutzen. Ich parkte an einem Ortsrand und ließ meine Hintertür offen, damit die Bienen im Auto frische Luft bekamen. Es dauerte nicht lang, und ein klitsch nasser Gesetzeshüter klopfte an meine Fensterscheibe. Er wollte mich lediglich darauf hinweisen, dass meine Hecktür offen steht.
*1 Definition Bienenbulli: Geheimnisvoller weißer VW Transporter, der von den Zielfahndern bereits in Brandburg, Scheeßel, der holsteinischen Schweiz, der südlichen Weinstraße und zunehmend häufig im südlichen Schwarzwald gesichtet worden ist.
|
Ich freue mich auf Ihren Besuch.
Ihr Imkermeister Daniel Hanking |
